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Ausbildung in Polen für deutsche Azubis

von Tabea Fuhrmann
Im Landratsamt (starostwo raciborskie) Im Landratsamt (starostwo raciborskie)
© H-B-S
Panorama Hohe Tatra Panorama Hohe Tatra
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Unsere Reise begann mit einer zehnstündigen Busfahrt. Ich war sehr erleichtert, als wir endlich in Ratibor angekommen sind. Zuerst haben wir unsere Zimmer in Beschlag genommen und eingerichtet. Anschließend haben wir eine Wechselstube aufgesucht und haben unsere ersten Złoty erhalten, welche wir bei einer bekannten Fast-Food-Kette ausgaben. Die erste Nacht im fremden Bett war sehr ungewohnt und für mich nicht sehr erholsam, ich freute mich schon da auf mein eigenes Bett. Am nächsten Morgen begannen unsere Praktika. Die Menschen in den Betrieben waren sehr nett zu uns. Ich fand es sehr aufregend in einem fremden Land und einer fremden Firma zu arbeiten. Wir konnten viele verschiedene Aufgaben übernehmen. Es wurde unteranderem ein Schweißerlehrgang angeboten.

Doch auch die Freizeit ist erwähnenswert.  Herr Hajdsz, unser Betreuer vor Ort hat viele schöne und interessante Aktivitäten für uns organisiert.

Liebesbrücke in Breslau (Wroclaw)) Liebesbrücke in Breslau (Wroclaw)
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Lift in Zakopane Lift in Zakopane
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Bei einem Museumsbesuch konnten wir viel über Ratibor und die Umbgebung erfahren. Es gibt noch heute viele Traditionen dort, z.B. am Frühlingsanfang werden die Frauen nass gespritzt und die Frau, welche am meisten Wasser abbekommen hat ist am attraktivsten. Allerdings schenkt man heute der Frau die man mag Schokolade. Auch konnten wir dort erfahren, dass Ratibor früher zu Deutschland gehört hat und auch heute können noch viele dort Deutsch sprechen und verstehen. Wir haben uns auch Auschwitz angesehen. Ich fand es sehr bedrückend da, wenn man weiß wie viele Menschen dort auf grausame Art und Weise völlig unnötig umgebracht worden sind. Wir haben in dem Konzentrationslager die gleichen Straßen genutzt wie die Opfer und ich fand es richtig unwirklich dort einfach zu spazieren. Aber dennoch konnte man dort sehr viel über die Geschichte lernen und man wünscht sich nur noch mehr, dass so etwas nie wieder geschehen darf. Die Aussicht in Zakopane machte mich wieder glücklich, diese kann man nicht beschreiben, man muss es einfach gesehen haben. Mit einer Art Eisenbahn sind wir auf einen Berg (Hohe Tatra) hochgefahren.

Dort oben gibt es sehr viele Souvenirläden, ebenso im Tal. Wir sind ein bisschen auf dem Berg wandern gewesen und haben diese atemberaubende Natur genossen. Hinab ins Tal sind wir mit einem sehr alten Sessellift gefahren, ich hatte zuerst Angst, dass wir nicht heil unten ankommen, doch schnell merkte ich, dass es nicht so schlimm ist und konnte die Fahrt genießen. Unseren Abend verbrachten wir in einer Herberge, in dem schönen Wintersportort. Wir hatten viel Zeit uns zu unterhalten, Kicker, Tischtennis und Billard zu spielen. Am nächsten Morgen sind wir nach Wieliczka gefahren, das ist ein Salzbergwerk in der Nähe von Krakau. Wir konnten dort unten viele beeindruckende Dinge aus Salz sehen. Unteranderem gibt es dort „Das letzte Abendmahl“ in eine Wand gemeißelt, das Bild ist nur 20 cm tief, aber ich dachte, ich würde direkt vor dem Tisch stehen. Unsren Nachmittag verbrachten wir dann in Krakau. Wir haben Schloss Wawel mit der wunderschönen Kirche, in der der ehemalige Präsident Lech Kaczyński bestattet ist, besichtigt. Den Marktplatz mit den Tuchhallen und der St. Marienkirche war für mich eine Reise in eine vergangene Zeit. Zum Shoppen hatten wir natürlich auch Zeit. Leider verging der Tag wie im Flug und war viel zu schnell vorbei. Der Ausflug nach Breslau war leider nicht ganz schön, da das Wetter an dem Tag nicht so freundlich war.

Trotzdem fand ich die Stadt sehr interessant, überall sind kleine Zwerge verteilt und jeder macht etwas anderes. Auf dem Weg zur Kircheninsel sind wir über die Hochzeitsbrücken gegangen. Die Verliebten kaufen sich ein Vorhängeschloss und schreiben dort ihre Namen drauf, wenn sie es an die Brücke anhängen schmeißen sie den Schlüssel in die Oder, sie hoffen, dass ihre Liebe genau so lange hält wie das Schloss. In der Geophysischen Stadion von Ratibor konnten wir sehen wie Erdbeben früher und heute gemessen werden. Wir durften auch die Aufzeichnungen vom Tag des Erdbebens in Japan sehen. Die Erde hat sich dort um 0,5 cm nach oben und um 0,5 cm nach unten bewegt. Es war sehr komisch für mich dort, denn es wurde über ein so bewegendes Thema so wissenschaftlich geredet. In einer Mine in der Nähe von Ratibor, lernen angehende Bergbauarbeiter alles, was sie später in der Arbeitswelt wissen müssen. Diese Mine, knapp zehn Meter unter der Erde, und die ganzen großen Maschinen durften wir uns ansehen. Bei dem Besuch im Landratsamt haben wir uns einen Vortrag über Ratiobors Geschichte angehört. Bei dem Termin war sogar Presse, Zeitung, Radio und der örtliche Fernsehsender, anwesend. Sehr zur Freude einiger männlichen Kollegen konnten wir uns eine Brauerei anschauen. Das Bier wird dort auf traditionelle Weise hergestellt und schmeckte augenscheinlich gut. Sie stellen dort auch ein grünes Bier, speziell für die Jugendlichen, her. Direkt nebenan ist das Ratiborer Schloss, welches gerade renoviert ist. Wir waren die erste Gruppe, welche durch das schöne Schloss geführt wurde.

Bild aus Salz in der Salzgrube Wieliczka Bild aus Salz in der Salzgrube Wieliczka
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Marktplatz in Krakau Marktplatz in Krakau
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Neben dem Rahmenprogramm hatten wir auch genügend Zeit alleine etwas zu unternehmen. Es wurden einige Abende mit bowlen, in Diskos und Kneipen verbracht. Eine kleine Gruppe hat sich zum Beispiel im örtlichen Fitnessstudio angemeldet. Zum Shoppen gab es auch ein paar Möglichkeiten. Das Essen in den Restaurants war sehr lecker, man muss unbedingt Pieroggen probiert haben.

historische Seismografen in Ratibor historische Seismografen in Ratibor
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Krakau Marienkirche Krakau Marienkirche
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Alles in allem  haben mir diese vier Wochen sehr gut gefallen. Man lernt viel für das Leben, sich auf andere Situationen einstellen und mit anderen Menschen auszukommen. Wir haben viel über die Kultur und die Menschen gelernt, wenn jemand Vorurteile gegen Polen hat, kann ich nur sagen, das ist eh alles nicht wahr! Oh ein wahres habe ich doch, Polen sind sehr nett und aufgeschlossen! Ich bin zutiefst getroffen, dass unseren Austauschschülern der Eintritt ins Jolly Joker verwehrt wurde und kann nur an die Vernunft appellieren das Jolly Joker zu meiden! Also Leute, wenn ihr die Chance habt an einem solchen Projekt teilzunehmen dann nutz sie auch!

Wawelschloss in Krakau Wawelschloss in Krakau
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Salzbergwerk Wieliczka Salzbergwerk Wieliczka
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