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von Ulf Kreth

Berlin – 30. Mai und 31. Mai 2018. Auf Einladung des Jungoffiziers Hauptmann Zimmermann fuhr der 12. Jahrgang der Fachoberschule Technik der HBS nach Berlin, um dort im Rahmen ihrer politischen Weiterbildung sowohl die „Story of Berlin“ als auch das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) zu besuchen.

An zwei Tagen, weil das Ministerium nicht genügend Raum für den gesamten Jahrgang besitzt, reisten die Schüler der FOS 12 mit Herrn Hauptmann Zimmermann sowie Herrn Maaß und Herrn Roxer bzw. Frau Mandalka und Herrn Kreth in die Bundeshauptstadt.

Atomschutzbunker Atomschutzbunker
© Kreth

Zuerst wurde die „Story of Berlin“, ein Erlebnismuseum am Kudamm, besucht. Dort erhielten die Klassen eine Führung durch einen ehemaligen Atomschutzbunker, der im Falle eines Atomkrieges ca. 3600 Berlinern Platz geboten hätte, und zwar nach dem Motto, „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Zwei Wochen lang hätten die Insassen Nahrung gehabt. Was danach mit ihnen geschehen wäre, wenn draußen die Stadt unterm Fallout begraben gelegen hätte? Das kann und muss heute Gott sei Dank niemand mehr sagen. Neben dem Bunker bot das Museum auf mehreren Etagen einen Einblick in Berlins 800 Jahre alte Geschichte.

Die Mittagspause wurde in guter Tradition auch dieses Jahr am Potsdamer Platz gehalten. Dort besuchten die SchülerInnen mitunter die nahe gelegene Mall of Berlin, bevor es ins BMVg ging.

Im Bundesministerium der Verteidigung hielt Herr Oberleutnant Schönowski einen Vortrag über die Bundeswehr als Parlamentsarmee. Er zeigte anhand von Tabellen, den Abbau der Soldatenzahl seit Ende des Kalten Krieges. Allerdings solle die Bundeswehr in den nächsten Jahren geringfügig mehr Personal erhalten. Ferner wies er darauf hin, dass Deutschland zwar nicht die von Donald Trump geforderten 2% seines BIPs für das Militär ausgebe, aber insgesamt von den NATO-Mitgliedern an vierter Stelle (knapp hinter Frankreich und Großbritannien) käme mit ca. $45 Mrd. totaler Ausgaben. Und dies sei eine Tatsache, die Herr Trump gern verschwiege, die aber – so sehe er das – wichtiger wäre als nur auf Prozente zu schauen. Als Beispiel nannte er Griechenland, das im Jahre 2017 zwar fast 2,4% seines BIPs für das Militär ausgegeben habe, aber damit nur knapp $5 Mrd. insgesamt ins Militär investiert hat. Eine Steigerung der Ausgaben auf 2% würden Mehrkosten von $25 Mrd. für die Bundesrepublik bedeuten. Anhand eines Schaubildes verdeutlichte er, wie viel mehr die NATO-Mitglieder beispielsweise als Russland, dem vermeintlichen Widersacher, ausgäben: Insgesamt kommt die NATO auf über $900 Mrd. Verteidigungsausgaben für das Jahr 2017, allein $610 Mrd. davon geben die USA aus - Russland im Gegenzug hat 2017 lediglich $66 Mrd. in  seine Verteidigung investiert. Auf die Frage, weshalb die NATO nicht weniger ausgebe, da kein potenzieller Angreifer auch nur annähernd an ihr Budget herankäme, konnte der Oberleutnant keine befriedigende Antwort geben. Auch eine zweite Frage, weswegen Russland nicht in die NATO aufgenommen und vom "Feind" zum Verbündeten gemacht würde, was wiederum Verteidigungsausgaben verringern könnte, erwies sich als schwierig zu beantworten. Hierauf wollten die Schüler wissen, inwiefern die Nachrichten in den Medien über eine eingeschränkte Einsatzbereitschaft der Bundeswehr (Eurofighter, U-Boote, Hubschrauber) den Tatsachen entsprächen.

Nach gut anderthalb Stunden Informationen und angeregter Diskussion im BMVg ging es heim, zurück zur Heinrich-Büssing-Schule.

Ein besonderer Dank gilt einmal mehr Herrn Hauptmann Zimmermann für all seine Mitwirkungen an dem interessanten und informativen Besuch in Berlin!