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Anlagenmechaniker für SHK

Kurzübersicht
Im Jahre 2003 wurden die beiden Berufe „Gas- und Wasserinstallateur“ und „Zentralheizungs- und Lüftungsbauer“ zum Anlagenmechaniker zusammengefasst. Mit der Zusammenlegung und dem technischen Fortschritt wandelte sich das Berufsbild und damit die Ausbildung.

Der Anlagenmechaniker hat in der heutigen Zeit nicht nur die herkömmlichen Aufgaben, die man aus den beiden ehemaligen Ausbildungsberufen kennt, sondern übernimmt auch Aufgaben im Bereich Gebäude- und Energietechnik.

Die 3 ½-jährige duale Ausbildung findet im Handwerksbetrieb und an der Heinrich-Büssing-Schule statt.
 

Betriebliche Ausbildung
Die Fertigkeiten und Kenntnisse werden nach der sachlichen und zeitlichen Gliederung des Ausbildungsrahmenplanes vermittelt.

Der Ausbildungsrahmenplan beinhaltet u.a. folgende Teile:
 
  • Montage und Instandhaltung von versorgungstechnischen Anlagen
  • Montage und Instandhaltung von regelungstechnischen Anlagen
  • Beratung und Betreuung von Kunden in Bezug auf Produkte und Dienstleistungen (Wartung, Reparatur, etc.) ihres Betriebes unter Beachtung von ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten
  • Planung und Durchführung von Arbeitsabläufen
  • Kontrolle und Beurteilung von Arbeitsergebnissen
Die praktische Ausbildung im Betrieb wird unterstützt durch überbetriebliche Lehrgänge.

Schulische Ausbildung

Die schulische Ausbildung erfolgt im Rahmen von Lernfeldern. Ein wesentliches Ausbildungsziel ist dabei die Entwicklung von Beratungs-, Handlungs- und Entscheidungskompetenzen im Umgang mit dem Kunden. Neben dem Umgang mit dem Kunden müssen Anlagenmechaniker heute noch viele andere Aufgaben übernehmen. Zu den Inhalten gehören z.B.:

  • Kundenorientierte Auftragsbearbeitung
  • Planung von Heizungs- und Sanitäranlagen
  • Planung und Auslegung von Trinkwasser-, Abwasser- und Heizungsleitungen
  • Wartung und Instandhaltung von versorgungstechnischen Anlagen
Die Ausbildung erfolgt im Allgemeinen im Rahmen von Kundenaufträgen bzw. Projekten. Für die 15 Lernfelder gibt es unterschiedliche Aufgabenstellungen, die in den 3 ½ Jahren abgearbeitet werden. Unterstützt wird die theoretische Ausbildung von einem fachpraktischen Unterricht, der im Rahmen der schulischen Ausbildung durchgeführt wird.
 

1. Lehrjahr
 
Die Lernfelder für das erste Ausbildungsjahr beinhalten neben der herkömmlichen Metall-Grundausbildung auch Inhalte zur Kundenorientierung sowie regelungs- und elektrotechnische Grundlagen.

Für die Ausbildung stehen z.B. jeweils eine neue und eine gebrauchte Bohrmaschine sowie ein Akkuschrauber zur Verfügung, die ähnlich dieser Explosionsdarstellung Bestandteil von zwei Lernsituationen sind.
Anschauungsmaterial - Bohrmaschine Anschauungsmaterial - Bohrmaschine
© H-B-S
 
 

2. Lehrjahr
 
Das zweite Lehrjahr besteht aus insgesamt vier Lernfeldern. Diese werden im Rahmen eines Projektes bearbeitet. Dieses Projekt ist die Auslegung und Planung eines Mehrfamilienhauses. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen und dem Hauswirtschaftsraum planen und zeichnen die Schüler die Verlegung der Trinkwasserleitungen, Abwasserleitungen, der Heizkörper mit den dazugehörigen Anschlüssen sowie der vorhandenen Bäder.
 
Grundriss der Wohneinheit 2 eines Projekthauses Grundriss der Wohneinheit 2 eines Projekthauses
© H-B-S
 
 

3./ 4. Lehrjahr
Teilgrundriss der Kfz-Halle mit sinnbildlicher Darstellung einer kontrollierten Wohnraumlüftung Teilgrundriss der Kfz-Halle mit sinnbildlicher Darstellung einer kontrollierten Wohnraumlüftung
© H-B-S
Bestandteil der letzten 1 ½ Jahre sind weitere Grundlagen des Berufes. So beschäftigen sich die Schüler z.B. mit lüftungstechnischen Grundlagen. Sie planen den Einbau einer Lüftungs- bzw. Klimaanlage in eine Kfz-Halle.

Die Schüler planen weiterhin die Brennstoffversorgung eines Einfamilienhauses bzw. die Ergänzung einer monovalenten Anlage durch regenerative Energieformen.

 

Prüfungen
Gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eine Zwischenprüfung durchgeführt.

Die Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung (Theorie und Praxis) vor der Handwerkskammer und erstreckt sich auf den Nachweis der nach Ausbildungsrahmenplan aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff. Die schriftliche Prüfung besteht aus fünf Projekten zur Fachtheorie und einem Projekt Wirtschafts- und Sozialkunde.

Mit dem Bestehen der Prüfung erhält man den Gesellenbrief und den Sekundarabschluss I - Realschulabschluss bzw. zusammen mit weiteren Vorraussetzungen den Erweiterten Sekundarabschluss I.
 

Berufliche Weiterbildung

Nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung, können die Absolventen eine einjährige Ausbildung an einer Fachoberschule mit Ziel „Allgemeine Fachhochschulreife“ beginnen. Die Heinrich-Büssing-Schule bieten diese in den Fachrichtungen Metalltechnik, Elektrotechnik und Informatik an.

Weiterhin kann nach einer mindestens einjährigen Berufstätigkeit eine Ausbildung zum Techniker begonnen werden. Auch der Weg zum Meister SHK steht Ihnen offen.