0531 470-7700 Kontakt Suche

Heinrich Büssing

Heinrich Büssing<

von Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel
Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte an der TU Braunschweig

 

Heinrich Büssing Heinrich Büssing 1843-1929
© H-B-S

Am 29. Juni 1843 wurde Heinrich Büssing in Nordsteimke, Landkreis Helmstedt, geboren. Nach dem Besuch der einklassigen Dorfschule erlernte er, wie sein Vater, das Schmiedehandwerk und legte 1859 in Vorsfelde die Gesellenprüfung ab. 1861 begann er seine Wanderschaft als Geselle. Dabei wurde ihm die Notwendigkeit deutlich, neue Kenntnisse in den technischen Fertigkeiten zu gewinnen, so dass er sich nach seiner Rückkehr an der Polytechnischen Schule (ehemals Collegium Carolinum) einschrieb.

Gefördert und unterstützt wurder er von seinem Vater sowie dem Hausverwalter Zimmermann und dessen Tochter Marie, die er am 22. September 1866 auch heiratete. 1866 verließ Büssing das Polytechnikum in der Überzeugung, alles Notwendige gelernt zu haben. In der Zukunft bestätigte er diese Erwartungen voll und ganz, sodass ihm die Technische Hochschule 1909 die Würde eines Ehrendoktors verlieh und 1920 zum Ehrensenator ernannte.

Doch der Weg dahin war schwer und nicht immer erfolgreich. 1868/1869 machte sich Heinrich Büssing selbständig und gründete in der Wolfenbütteler Straße 37 eine Velocipedes-Werkstatt. "Er selbst fuhr eifrig Reklame für seine Erzeugnisse und war der erste Radfahrer, der bei einem deutschen Radrennen einen Preis erhielt". Diese Geschäftsidee war aber wenig erfolgreich, so dass 1870 der Betrieb eingestellt werden musste.

Die Rettung brachte die Partnerschaft mit dem Unternehmer Max Jüdel, so dass im März 1873 die "Eisenbahnsignal-Bauanstalt Max Jüdel & Co." entstand, deren technische Leitung Heinrich Büssing übernahm. Es wurde eine Erfolgsgeschichte für beide Unternehmer und zum Signal für die Gründerzeit in Braunschweig. 92 Patente für Büssing bis 1892, 4000 Stellwerke bis 1897 verkauft und in Kooperation mit Siemens&Halske die ersten elektrischen Sicherungsanlagen entwickelt, diese Bilanz war beachtlich. Ein Unternehmen von Weltruf und führend auf dem Weltmarkt war zur Jahrhundertwende entstanden, als Büssing 1906 aus dem Vorstand der Max Jüdel & Co. AG ausschied und in den Aufsichtsrat wechselte, dem er bis 1926 angehörte.

Am 4. Januar 1903 gründete Büssing die "H. Büssing-Fabrik für Motorenlastwagen und Motoren". Er hatte die Bedeutung des Nutzfahrzeugs erkannt und führte sein Unternehmen zur Weltgeltung. Auf der Basis seines ersten Büssing-LKW baute er einen Omnibus und eröffntete am 5. Juni 1904 auf der Strecke Braunschweig-Wendeburg die erste Kraftpost-Omnibuslinie der Welt. Büssings Verdienste wurden vielfach gewürdigt. Am 17. November 1916 erfolgte durch den Herzog die Ehrung als "Geheimer Baurat" und im Jahr 1923 verlieh ihm die Stadt Braunschweig zu seinem 80. Geburtstag am 29. Juni 1923 die Würde eines Ehrenbürgers.

Seit Juni 1913 trugen die Büssing Fahrzeuge den Braunschweiger Burglöwen als Markenzeichen, das auch erhalten blieb, als MAN die Firma übernahm.

Heinrich Büssing starb am 27. Oktober 1929.

   
Büssing LKW 1903 Logo Büssing AG Eröffnung Omnibuslinie Braunschweig-Wendeburg