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Typisierungsaktion an der HBS

18.07.2021 21:55:49
von Gordon Schnepel

Nach 18 Monaten in denen für die Schüler*innen des Beruflichen Gymnasiums ohnehin schon alles anders war als gewohnt, fand an der Heinrich-Büssing-Schule eine Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) statt, bei der auch alles anders war als gewohnt. 

Seit 2015 ist es eine Tradition, dass im zweijährigen Rhythmus ausgehend vom Werte und Normenkurs des Beruflichen Gymnasiums eine Typisierungsaktion stattfindet. 681 Typisierungen wurden seitdem durchgeführt, was zur Folge hatte, dass schon dreizehn erfolgreiche Stammzellenspenden realisiert werden konnten. Es gibt also es dreizehn Menschen, die dank der Schüler*innen der HBS, die Chance auf ein neues Leben haben. Die Erfolgsquote der Typisierungen liegt damit schulintern bei 1:52 und damit überdurchschnittlich gut. 

In den Jahren vor Corona fanden die Typisierungen in der zentralen Pausenhalle statt. Zudem gab es eine Schulung durch Personal der DKMS, welches auch das gesamte Material verwaltete, beschriftete, sortierte und am Ende der Aktion versandfähig verpackte. Doch nachdem es lange Zeit so aussah, als wenn 2021 überhaupt keine Typisierung möglich wäre, musste letztendlich das gesamte Typisierungskonzept angepasst werden. Es mussten dezentrale Typisierungen je Klasse erfolgen. Die Heinrich-Büssing-Schule hat weit über 100 Klassen. 

Wie arbeitsam die diesjährige Typisierung werden würde, wurde allen Beteiligten erst klar, als ein riesen Paketberg am Eingang stand. Als dann auch noch realisiert wurde, dass alle Typisierungssets in Einzelteilen geschickt waren, war dies eine gute Gelegenheit den Taylorismus in der Praxis anzuwenden, um 600 Typisierungsutensilien erst zu sortiert und dann vollständig zusammenzustellen. So wurden parallele Sortierstationen für jedes Einzelteil gebildet und arbeitsteilige Bandarbeit praktiziert.

Noch mehr Aufwand entstand, als es galt, die Klassen abzuklappern. In Schwerpunktteams von A wie Anlagenmechaniker*in bis Z wie Zerspannungsmechaniker*in wurden die verschiedenen Klassenarten von den Berufsgymnasiasten über die Möglichkeit der Typisierung informiert. Dabei wurde vielen klar, Blutkrebs ist nicht so selten, wie wir denken. Denn in vielen Klassen gab es auch Schüler*innen, die davon berichteten, dass sie selbst jemanden kennen, der durch eine Stammzellenspende den Blutkrebs besiegen konnte oder auch, dass der beste Freund vor zwei Jahren mit einer Stammzellenspende einem Kind das Leben gerettet hat und seitdem ein Briefkontakt besteht, dessen Inhalt jeden zu Tränen rührt. 

Dank der akribischen Arbeit und dem selbstlosen Engagement der Schüler*innen wurden nach einer Woche schon 275 Typisierungen durchgeführt und ein großes Paket an die DKMS Zentrale versandt. Da noch mit zahlreichen Rückläufern zu rechnen ist, bleibt es bis zum Ende spannend, ob das selbstgesteckte Ziel erreicht werden kann. Wenn 321 Typisierungen erreicht werden, hieße das, dass die HBS es geschafft hat insgesamt 1000 Typisierungen zu ermöglichen und damit 1000 Chancen für das Leben.

Danke an alle Beteiligten des 11. Jahrganges des Beruflichen Gymnasiums.



Organisatoren der Typisierungsaktion
© ma