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Rudolf Tost in den Ruhestand verabschiedet

26.02.2020 00:00:00
Rudi Tost mit einem Präsent der Kollegen.
Rudolf Tost mit einem Präsent der Kollegen.
© Bergert

Als einen historischen Tag nicht allein wegen des Brexits, der an diesem Tag vollzogen wurde, beschrieb Jürgen Beißner den 31. Januar 2020 als letzten Tag des Schulhalbjahres: Der Schulleiter der Heinrich-Büssing-Schule nannte den Tag auch für die Schule historisch, weil sein Stellvertreter Rudolf Tost an diesem Tag in den Ruhestand ging. Um diesen Abschied würdig zu feiern, hatte sich im Anschluss an den Unterricht zum Mittag die Pausenhalle beim Haupteingang gefüllt – mit Kollegen, auch vielen ehemaligen, weiteren Mitarbeitern der Schule sowie Rudolf Tosts Ehefrau und seinen Söhnen. 

Mit diesem Abschied gingen 33 ½ Jahre im Schuldienst zu Ende, erklärte Beißner und beschrieb seinen scheidenden Stellvertreter als zielstrebigen Kollegen, den ein ausgeprägter  Gerechtigkeitssinn und großes soziales Engagement auszeichne. Zur Halbzeit seines pädagogischen Schaffens sei er stellvertretender Schulleiter der Schule geworden. Als verantwortlicher Kopf für den jeweils zum neuen Schuljahr erscheinenden Schulplaner kümmerte sich Rudolf Tost zudem um die Außendarstellung der Schule.

Zum Abschied weht eine besondere Fahne.
Zum Abschied weht eine besondere Fahne.
© Bergert

Tosts Weg als Lehrer war keinesfalls vorgezeichnet. Er wuchs in ländlicher Umgebung auf. Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung und ergriff die Chance zur Weiterbildung, die sich dank der Bildungsinitiative der SPD in den 1970er Jahren für ihn ergab. So kam er das erste Mal als Schüler auf die Heinrich-Büssing-Schule. Sozusagen am eigenen Leib sei Rudolf Tost die Bedeutung von Bildung für benachteiligte junge Menschen klar geworden. Deshalb habe er sich entschieden, als Berufsschullehrer für Heranwachsende einzutreten. Das habe er mit Konsequenz betrieben.

Sehr persönliche Töne schlug der Schulleiter an, als er die 15 Jahre guter Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter beschrieb. Mit ihren Büros Tür an Tür – und die Tür war stets offen - hätten sie wohl alle Seiten vom anderen gut kennengelernt. Als Beleg von Tosts Einsatz für die Schüler schilderte Beißner, wie dieser manchen Schüler, der deutlich zu spät gekommen war, in seinem Büro höchstpersönlich zurechtwies, um ihm dann eine neue Chance zu geben. 

Blumen für Rudolf Tost: Schulleiter Jürgen Beißner überreicht sie.
Blumen für Rudolf Tost: Schulleiter Jürgen Beißner überreicht sie.
© Bergert

In einer Schultasche hatte Jürgen Beißner die Abschiedsgaben von Schulleitung und Kollegium verpackt. Von weiteren Mitarbeitern aus den Abteilungen, in denen der stellvertretende Schulleiter aktiv war, und Vertretern vom Personalrat folgten weitere Reden und Abschiedsgeschenke. Einen unterhaltsamen Sketch setzten die Kollegen Jens Müller und Jürgen Schmidt in Szene: In Kittelschürze (Jürgen Schmidt als Rudis Ehefrau) und Bademantel (Jens Müller als Rudi) malten sie „Rudis Zukunft“ als in sich - auf dem Sessel - ruhender Pensionär aus.

In seinen Abschiedsworten legte der Scheidende den Kollegen für die Entwicklung der Schule seine „drei wichtigen, vielleicht sogar wichtigsten Berufserfahrungen“ ans Herz. Berufsschulen sind in Tosts Augen Orte, an denen die Motivation zum Lernen bei Heranwachsenden wieder erweckt werden könne. Im Kollegium wie im Unterricht führten Wertschätzung und eine positive Erwartungshaltung zu besseren Leistungen von Schülern und Lehrern. Nie dürfe man Schule nur als Raum des Lernens, sondern auch als Raum des Lebens verstehen.

In diesem Sinn wurde die Feier immer wieder mit musikalischen Intermezzi aufgelockert. Dazu hatten sich nicht nur eine Schülerin (E-Piano), sondern auch die Kollegen Udo Lück (E-Gitarre), Michael Remmert (Tuba) und der ehemalige Lehrer Jürgen Kauer (Posaune) aufgemacht. Michael Remmert hatte außerdem einen Lehrerchor mit Akkordeonbegleitung auf die Beine gestellt, um Rudolf Tost ein Abschiedslied zu singen, bevor dieser schließlich das letzte Wort hatte und das Buffet mit Sekt und feinem Fingerfood freigab.

Mit Musik geht alles besser: Udo Lücke, Jürgen Kauer und Michael Remmert  (v.l.) haben zum Abschied ihre Instrumente ausgepackt.
Mit Musik geht alles besser: Udo Lücke, Jürgen Kauer und Michael Remmert (v.l.) haben zum Abschied ihre Instrumente ausgepackt.
© Bergert