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Rethinking 2019

08.01.2020 18:01:51

von Ulf Kreth und Sebastian Sedlak

Braunschweig (Heinrich-Büssing-Schule) – 19. Dez. 2019. Sebastian Sedlak, ehemaliger Gymnasiast der HBS, besucht in diesem Schuljahr die 2FOS193, um seinen Vortrag über Recht und Gerechtigkeit zu halten.

Sebastian Sedlak an der HBS Sebastian Sedlak an der HBS
© Kreth

Sebastian Sedlak, der vor einigen Jahren an der HBS seine Fachhochschulreife erworben hat, kam im Dezember - im Rahmen seines Projektes „Rethinking“ („Umdenken“), das er selbst ins Leben gerufen hat - einmal mehr in den Unterricht, um den Schülern das Thema „Recht und Gerechtigkeit“ näher zu bringen. Sebastian Sedlak wird in Kürze sein Studium der Wirtschaftsrechtswissenschaften mit einem Bachelor-Abschluss beenden und eine Arbeitsstelle in der Hauptstadt als Schuldner-Insolvenzberater zum 01. Januar 2020 beginnen. 

Zu Beginn des Vortrages wies er darauf hin, dass es für das Recht keine allgemeingültige Definition gebe, da es im Laufe der Zeit immer wieder seinen Charakter verändere (z. B. durch Anpassungen oder Reformen). Danach folgte ein längerer Abschnitt über die Historie des Grundgesetzes (der bundesdeutschen Verfassung). Hier legte Sebastian den Schwerpunkt auf die Grundrechte (Art. 1- 19 GG) und erklärte den Schülern, dass diese für jeden Menschen, egal ob Deutscher, Ausländer, Straftäter, alt oder jung etc. gleichermaßen gelten würden. Einige dieser Grundrechte könnten allerdings beschränkt werden, wenn sie unter einem sog. Gesetzesvorbehalt ständen. So dürfe beispielsweise eine freiheitsentziehende Maßnahme nur von einem Richter angeordnet werden. Aus zeitlichen Gründen konnte nicht mehr auf das Strafrecht eingegangen werden.

Ein besonderes Augenmerk schenkte er aus persönlichen Gründen dem Recht am eigenen Bild: Sein Sohn ist im Sommer 2017 auf dem Schulweg Zeuge geworden, wie ein neunjähriges Mädchen vom Schulbus, in dem sich dieser befand, mehrfach überrollt wurde. Aus allernächster Nähe hatte sein Sohn das Unglück mit ansehen müssen und erlitt einen derartigen Schock, dass er fast zwei Wochen nicht schulfähig war. Völlig unverständlich sei für Sebastian dabei die Aktion eines sechzehnjährigen Schülers gewesen. Dieser war auch in dem Bus mitgefahren und hatte Fotos von dem tödlich verunglückten Mädchen gemacht, welche er später auf diverse soziale Medien online stellte. Hierfür fehle Sebastian jegliches Verständnis und die rechtliche Lage, so zeigte er, sei eindeutig: Das Recht am eigenen Bild bestehe über den Tod hinfort und die Strafen für eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild reichten von einer Geld- bis hin zu einer Freiheitsstrafe. Eine Tatsache, die vielen anscheinend nicht bekannt sei oder die sie ignorierten. 

Die 2FOS193 und ihr Klassenlehrer möchten sich bei Sebastian Sedlak herzlichst für die äußerst interessante und informative Vorstellung bedanken!