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Fortbildung zur Selbstorganisation 2019

18.11.2019 18:02:15 | Heinrich-Büssing-Schule

von Ulf Kreth

Braunschweig – 19. und 26. September 2019  Katrin Szymoniak besucht die Heinrich-Büssing-Schule auch in diesem Jahr, um die SchülerInnen des 12. Jahrgangs der Fachoberschule Technik im Bereich der Selbstorganisation fortzubilden.  

Frau Szymoniak hält ihren Vortrag Frau Szymoniak hält ihren Vortrag
© Kreth

Nach einer kurzen Begriffsklärung von „Selbstorganisation“ durch eine Videoeinspielung des Hirnforschers Prof. Dr. Gerald Hüther erklärte Frau Szymoniak die Besonderheiten unseres Gehirns in Bezug auf das Lernen: Dabei lässt es sich wie ein Muskel trainieren und glaubt das, was wir denken wodurch es biochemische sowie hormonelle Prozesse in Gang setzt. Da das Gehirn nicht zwischen Realität und Virtualität unterscheiden könne, erläuterte Frau Szymoniak weiter, verursachten beispielsweise auch Computerspiele bedeutende Veränderungen im Stoffwechsel oder einfacher ausgedrückt: „Zocken stresst“. Wenn für eine Klassenarbeit gelernt werden müsse, solle eine optimale Vorbereitung darauf ohne eine unmittelbare Auseinandersetzung mit sog. Gaming oder anderen stark gefühlsauslösenden Stimuli stattfinden. Ohne eine mindestens einstündige Unterbrechung zwischen dem „Pauken“ und stark emotionalisierten neuen Reizen (wie bspw. bei einer starken Anspannung während des Gamings) wäre das Lernen überwiegend sinnlos, weil ineffektiv durch Überlagerung der stark reizauslösenden Stimuli über den neuen Lerninhalt. Das Gehirn benötige Pausen, es brauche Zeit zu träumen und zur Verarbeitung neuer Informationen. 

Eine Zielsetzung sei wichtig, betonte Frau Szymoniak, um die eigenen Fähigkeiten, Werte und Defizite besser kennenzulernen. Ohne sich (möglichst schriftlich) Ziele zu setzen, komme es zur Orientierungslosigkeit. Dabei sei der Weg zu einem Ziel wiederum eine Lebenserfahrung, ohne die man Unzufriedenheit spürte. Über Gewohnheiten und Routinen – sie können nach Bedarf ab- und antrainiert werden – kann man zu diesem Ziel gelangen. Weil nicht über das weitere Tun nachgedacht und entschieden werden müsse, bedeuteten sie außerdem eine Zeitersparnis. Diese Erkenntnis könne natürlich auch in Bezug auf das Lernen genutzt werden.

Fehlte Motivation – unterschieden in extrinsisch und intrinsisch -, müsste durch Disziplin nachgeholfen werden. „Wenn du diszipliniert bist, dann diskutierst du in unangenehmen, unbequemen oder langweiligen Situationen nicht mit dir, sondern machst einfach“, erklärte Frau Szymoniak. „Und wenn du motiviert bist, dann kennst du das Warum für deine Handlungen, an denen du dich orientieren kannst“, fuhr sie fort und präsentierte den SchülerInnen die unterschiedlichen Motivationstypen.
Abschließend erläuterte Frau Szymoniak den SchülerInnen den Zusammenhang zwischen einem gesunden Lebensstil und Erfolg. Gesunde Ernährung aus überwiegend Obst und Gemüse sowie viel Wasser und der Verzicht auf Alkohol, Drogen, Nikotin sowie Zucker seien genauso wichtig wie tägliche Bewegung und Zeiten der Ruhe, wolle man seine Ziele erreichen. Frau Szymoniak wies aber auch darauf hin, dass für einen persönlichen Erfolg besonders die Menschen, mit denen wir uns am meisten umgeben, wichtig seien: Glaubten sie an uns und unterstützten sie uns oder zögen sie uns runter? „Wir sind das Ergebnis unseres Umfeldes“, konstatierte sie. Von daher sollte man stets genau schauen, mit wem man sich anfreunde.

Der 12. Jahrgang sowie die Lehrenden, die an der Fortbildung teilgenommen haben, danken Frau Szymoniak für den Besuch und ihre interessanten Darstellungen, die – berücksichtig und umgesetzt – zukünftig zu mehr Lernerfolg führen können.