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Sicherheitspolitische Herausforderungen am Beispiel Afghanistan

20.11.2018 08:47:44 | Heinrich-Büssing-Schule

von Ulf Kreth

Braunschweig, 19. Oktober 2018: Der neue Jugendoffizier, Herr Hauptmann Bode, stellte sich und sein Programm den Schülern der 2FOS183 vor. Hierzu referierte Hauptmann Bode über die internationale, aber vor allem bundesdeutsche Sicherheitspolitik im Wandel der Zeit.
„Fühlt ihr euch sicher?“, lautete die an die Klasse gestellte Eingangsfrage zu seiner Präsentation, die Sicherheit als ein Grundbedürfnis des Menschen erklärte. Zu der bundesdeutschen Sicherheitspolitik gehören beispielsweise Entwicklungshilfe, Umweltschutz, Außen- und Verteidigungspolitik. Im Bereich letzterer hat es bedeutende Einschnitte seit dem Zweiten Weltkrieg gegeben, so erklärte Bode. Es habe angefangen mit dem Koreakrieg und der folgenden Furcht vor einer Übernahme durch die UdSSR, welche zur Entstehung der NATO führte. Später folgten der Zusammenbruch des Kommunismus sowie 9/11 und schließlich jüngere Konflikte wie der in der Ukraine, der Flüchtlingswelle, ISIS, Cyberkriminalität und schlussendlich Trump. Wegen dieser Veränderungen musste und muss die bundesdeutsche Verteidigungspolitik sich permanent verändern und anpassen.

Jugendoffizier Hauptmann Bode Haupmann Bode an der H-B-S
© Kreth

Dabei ist die Bundesrepublik bzw. Bundeswehr in einem System kollektiver Sicherheit: UN, NATO und EU. Die rechtliche Grundlage für jegliche Einsätze bildet dabei das deutsche Grundgesetz sowie die Zustimmung des Bundestages. Das bedeutet wiederum, dass „Deutschland eine Parlamentsarmee besitzt“, so Bode.

Ein Beispiel für einen Auslandseinsatz ist Afghanistan bzw. der ISAF-Einsatz. Damit die Bundeswehr in dieses Land zum Auslandseinsatz gehen konnte, erklärte Hauptmann Bode, sei die Anfrage von einem der drei für die Bundesrepublik Deutschland relevanten Systeme kollektiver Sicherheit nötig. Nach einem Grundsatzurteil des BVerfG reiche dann eine einfache Mehrheit im Bundestag, um deutsche Soldaten ins Ausland zu schicken. Herr Hauptmann Bode gab mithilfe von Bildern und Karten einen informativen Überblick über die Geschichte des BW-Einsatzes in Afghanistan von ISAF zu nun Resolute Support Mission.

Herr Hauptmann Bode, der selbst im Einsatz in Afghanistan gewesen ist, um dort die Sicherheitslage in Nordafghanistan zu bewerten, berichtete mit eigenen Bildern von seinen gewonnenen Erfahrungen während seines viermonatigen Aufenthaltes im Lager in Mazar-e-Sharif und rundete damit die spannende Präsentation ab. Auf die Frage eines Schülers, ob er meinte, dass der Afghanistan-Einsatz ein Erfolg werden könnte, fand er klare Worte: Nein! Seines Erachtens sollte vom Westen nicht ein Zentralstaat, sondern vielmehr ein föderalistischer Staat etabliert werden. So, wie momentan versucht werde, die Probleme in Afghanistan zu lösen, würde es keinen Erfolg geben.

Die gesamte Klasse bedankt sich bei Herrn Hauptmann Bode für die äußerst interessante und informative Vorstellung!