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Berufsbildung 4.0 in der Heinrich-Büssing-Schule

01.06.2017 21:42:54 | Heinrich-Büssing-Schule

von Jörg Bachmann

BRAUNSCHWEIG  im Mai 2017 - Mit Virtual Welding der Firma Fronius werden Facharbeiter im Bereich Schweißen ausgebildet. Der Simulationsstand - virtuelles Schweißen- stand der H-B-S für eine Woche zur Verfügung, Schweißen ohne Risiken für die Gesundheit oder die Sachen, so könnte man es frei übersetzen, berichtet der Schulleiter Herr Beißner.

Fachpraxislehrer Ralf Siegmann beim Einsatz des Schweißsimulators in einer unterrichtlichen Situation. Fachpraxislehrer Ralf Siegmann beim Einsatz des Schweißsimulators in einer unterrichtlichen Situation.
© J. Bachmann
Ralf Siegmann stellte den Kontakt auf der Euro-Blech-Messe 2016 in Hannover her und erzählt, welche Erschwernisse in den ersten Stunden für ihn als Fachpraxislehrer entstehen, angefangen von den Unterweisungen über das Anplünnern mit den Sachen bis zur Unfallvermeidung und Blechvorbereitung, von der Verantwortung in den ersten Unterrichtsstunden ganz zu schweigen. Herr Fricke, Gebietsleiter der Firma Fronius in Goslar: „Ein einfacher Seminarraum reicht schon für ein effizientes Training, für eine optimale Vorbereitung der späteren Schweißlehrgänge in der realen Schweißwerkstatt. Dieses System ersetzt keineswegs die reale Schweißwerkstatt, ergänzt aber die wirkungsvolle Vorbereitung mit einem enormen Spaßfaktor für die Bediener, da sie wettbewerbsmäßig um die besten Punkte ringen können. Zudem erhöht die Schule Ihren Standortfaktor und die Azubis und die Schüler müssen keine Angst mehr haben, Fehler zu machen.

Rüdiger Hadel ist Teamleiter der Metallbauer und Anlagenmechaniker. Für ihn wäre es eine innovative Neuanschaffung. Schade, dass es vorerst nur ein einwöchiger Probebetrieb ist. „Ein softwaregestütztes praktisches Lernen mit großem theoretischen Hintergrund, wo die Lehrer die Schwierigkeitsgrade und theoretisch einzubindenden Fragen beeinflussen können, was viel Vorbereitungszeit in der Werkstatt und im Theorieraum vermeidet und Freude am Lernen vergrößert.“

„Ziel der Demonstration ist die praktische Grundlagenvermittlung wie Brennerhaltung, Schweißparameter aber auch Prüfungsfragen, die von den Lehrern individuell zusammengestellt werden können“, so Martin Wolowski. „Das Team Metallbauer und Anlagenmechaniker, die Karosseriebauer, zusätzlich die Fachoberschule 12 und die Berufsfachschulklassen BFM und BFMI zeigen Interesse an dieser Hochtechnologie. Sogar Gäste aus der vertikalen Vernetzung könnten mit eingebunden werden.“

Die professionelle Einweisung war die Grundlage für die erste Berührung mit der Simulationstechnik. Die Azubis haben dieses Angebot interessiert angenommen und mit den ersten Wettbewerben begeistert gezeigt, welche Chancen in der neuen Technologie stecken. Jörg Bachmann behauptet, dass es die Arbeit der Lehrer erheblich erleichtert und den Umgang im wichtigen Segment der Fügetechnik in einer handwerklich orientierten Gegend wie Braunschweig professionalisiert. Mit wenig Aufwand kann effizient ohne lange Vorbereitungen gestartet werden, zudem ist es eine Möglichkeit der permanenten Unterrichtsdifferenzierung, die in Klassen mit mehreren Berufen zunehmend wichtiger wird. „Beeindruckend sind die permanenten Hilfen, ein sofortiges Feedback, welche durch farbige Symbole im Sichtfeld das fachgerechte Verhalten den Lerner positiv beeinflussen. Ohne Blechvorbereitung, keine Wolframelektrode anschleifen – nur Visier einstellen und los! „Das einzige, was ich vermissen werde ist die reale Verbrennungsgefahr“ so ein Schüler aus der MB151.