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Deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Unterricht

25.11.2014 00:00:00

Deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik

von Ulf Kreth

Braunschweig (Heinrich-Büssing-Schule) – 22.10.+19.11.2014. Hauptmann Kunze, Jugendoffizier der Bundeswehr, besuchte wie bereits im letzten Schuljahr die Heinrich-Büssing-Schule. Dabei stellte er an zwei Terminen der 2FOS143 bundesdeutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik vor und bot den Schülerinnen und Schülern Raum zur Diskussion.

Wie bereits bei seinem letzten Besuch im April/Mai dieses Jahres sprach Hauptmann Kunze abermals über die für Deutschland relevanten Systeme kollektiver Sicherheit: EU, UN und NATO. Die heutige Welt sei trotz des Zusammenbruchs des Kommunismus und der Auflösung des Warschauer Paktes nur auf den ersten Blick ungefährlicher geworden, so Kunze. Vielmehr sei sie nun komplizierter und komplexer. Das bedeute, dass es nicht immer einfach sei, Freund und Feind zu bestimmen, wie man am Beispiel Syriens erkennen könne. Jugendoffizier Hauptmann Kunze beim Vortrag
Jugendoffizier Hauptmann Kunze beim Vortrag
© Kreth

Erneut zeigte Hauptmann Kunze am Beispiel des ISAF-Einsatzes, wie ein Mandat für einen Auslandseinsatz der Bundeswehr zustande kommt. Dabei erläuterte er den Schülern die einzelnen Schritte: vom Vorschlag der Bundesregierung über die Debatten im Bundestag sowie seiner Abstimmung für oder gegen ein Mandat. Er wies darauf hin, dass beispielsweise für einen Hilfseinsatz der BW zur Bekämpfung von Ebola noch kein Mandat vorläge, sodass die BW - trotz der über 2000 Soldatinnen und Soldaten, die sich freiwillig zum Einsatz gemeldet haben - noch nicht in die Krisenregionen einreisen könne.

Viel Raum zum kritischen Gespräch mit den Schülern bot Kunzes Bericht über seinen Afghanistan-Einsatz. Hierzu zeigte er zunächst neben Karten auch eigene Fotos, sprach über die afghanische Kultur und erzählte in diesem Zusammenhang die eine oder andere Anekdote. Zum Schluss der Stunde widmete man sich jedoch ausgehend vom Luftangriff bei Kunduz(1) sehr kritisch dem Sinn des dortigen Einsatzes bzw. militärischen Einsätzen überhaupt.

Die gesamte Klasse 2FOS143 bedankt sich bei Herrn Hauptmann Kunze für die äußerst interessante und informative Vorstellung!

(1) Beim Luftangriff bei Kunduz am 4. September 2009 wurden zwei von Taliban entführte Tanklastwagen und die sich in nächster Nähe befindlichen Menschen bombardiert. Der leitende Oberst Klein der bei Kunduz stationierten Bundeswehreinheit forderte den Bombenab-wurf mit teilweise falschen Angaben an. Durch den Angriff wurden nach NATO-Einschätzung bis zu 142 Menschen, darunter auch Kinder, getötet oder verletzt, was die bisher mit Abstand größte Zahl von Opfern bei einem Einsatz sowohl in der Geschichte der Bundeswehr als auch durch Kräfte der ISAF bedeutet. (Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriff_bei_Kunduz)