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Imke Byl (MdL) zu Gast

06.06.2019 10:37:02 | Heinrich-Büssing-Schule

von Ulf Kreth

Braunschweig – 22. Mai 2019. Imke Byl (25), Landtagsabgeordnete der Grünen diskutierte mit der Klasse 2FOS183 über aktuelle politische Geschehnisse und Probleme.  
Die gebürtige Gifhornerin, die seit 2013 Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen ist, hat in Lüneburg Umweltwissenschaften erfolgreich studiert und ist nach dem Studium Landtagsabgeordnete geworden.  Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Person durften die Schüler Fragen stellen: 

Was eine Frauenquote brächte, wollte ein Schüler zunächst von Frau Byl wissen? – Frau Byl erklärte, dass sie stolz darauf sei, dass Frauen in Deutschland seit 100 Jahren wählen könnten. Allerdings sei es Fakt, dass es immer noch ungleiche Einkommen bei Frauen und Männern gäbe. Das läge aber auch daran, dass Männer häufig nach Verdienstmöglichkeiten, Frauen jedoch nach Interesse den Beruf und somit oft soziale Beruf wählten - Berufe wie zum Beispiel Krankenschwester, Altenpflegerin etc., die in der Regel auch schlecht bezahlt würden.

Imke Byl diskutiert mit der Klasse 2FOS183 Imke Byl diskutiert mit der Klasse 2FOS183
© Kreth

Hiernach wurde über die bevorstehende EU-Wahl gesprochen. Ein Schüler wollte wissen, ob Imke Byl eine Chance für die Grünen sehe, verstärkt gewählt zu werden. Frau Byl zeigte sich recht optimistisch, weil viele Menschen in Deutschland erkannt hätten, dass ein weiterer Rechtsdruck schlecht für Europa wäre und es sich um eine „Klimawahl“ handle. Was die Grünen für die Umwelt besser als die regierenden Parteien machen wollten und wieso es schlecht sei, Splitterparteien zu wählen, wurde leider nicht beantwortet. 

Auch zu ihrem Standpunkt zu „Fridays for Future“ wurde sie befragt: So sah Frau Byl diese als gut vorbereitete Demos an, die ihres Erachtens nicht in den Nachmittagsbereich gehörten, weil sie sonst ihren streikenden Charakter verlören. Diese internationale Bewegung, wie sie sie mitunter nannte, solle und wolle provozieren und zeige eine Form von zivilem Ungehorsam, der darauf ausgelegt wäre, dass die Politik endlich etwas mache.

Auch zum umstrittenen Artikel 13 (neue Richtlinie zum EU-Urheberrecht) hatte Frau Byl eine klare Meinung. So betonte sie, dass die Reform „so gar nicht geht“, auch wenn ihr „klar“ sei, dass die Urheberfrage im Internet noch geklärt werden müsse – allerdings nicht wie bis dato getan. So wies sie darauf hin, dass es einigen Künstlern durch die Reform sogar noch schlechter als davor ginge.

Auf die Frage eines Schülers, ob bei dem umweltschädigen Abbau von Lithium in Chile E-Autos wirklich so ökologisch richtig seien, erwiderte Frau Byl, dass der Ölabbau auch nicht so „toll“ sei und dass VW und Co. ihre Macht nutzen sollten, um mehr Verantwortung für den Lithium-Abbau zu übernehmen. – Woher der Strom für die E-Autos kommen solle, wenn auch noch die Kohle verschwinde, fragte ein Schüler hierauf. Frau Byl antwortete, dass der Strom für zukünftige E-Autos von eigenen Solaranlagen kommen könne. Ferner bräuchte man mehr erneuerbare Energien, um den Strommix ändern zu können. Auf den Einwand eines Schüler, dass aber auch Windkraftanlagen einen Eingriff in die Natur bedeuteten, die wiederum Milliarden Insekten jährlich töteten, erwiderte sie, dass die Zahl im Vergleich zu den Insekten, die Vögel jedes Jahr fräßen, sehr klein sei. Da sie den Eingriff aber auch sah, müsse letztendlich der Energieverbrauch gesenkt werden. Sie hoffe auf ein Klimagesetz, weil die CO2-Steuer, die sicherlich käme, nicht reichen werde. 

Die gesamte Klasse 2FOS183 sowie ihr Politiklehrer Herr Kreth danken Frau Byl für ihren Besuch und die zum Teil recht angeregte Diskussion.