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Fortbildung zur Selbstorganisation

07.01.2019 00:00:00 | Heinrich-Büssing-Schule

von Ulf Kreth

Braunschweig – 11., 13. Und 18. Dez. 2018. Katrin Szymoniak besucht die Heinrich-Büssing-Schule, um die SchülerInnen des 12. Jahrgangs der Fachoberschule Technik im Bereich der Selbstorganisation fortzubilden.  

Frau Szymoniak hält ihren Vortrag Frau Szymoniak hält ihren Vortrag
© Kreth

Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Person erläuterte die gebürtige Braunschweigerin und gelernte Bürokommunikationskauffrau, die aktuell als Integrationsassistentin an einer Schule in Braunschweig arbeitet und nebenher „Soziale Arbeit“ studiert, zunächst die Zusammenhänge zwischen der Selbstorganisation und dem menschlichen Hirn. Sie beziehe ihre Informationen aus der aktuellen wissenschaftlichen Studienlage und aus beruflicher sowie privater Praxiserfahrung. Da das Gehirn nicht zwischen Realität und Virtualität unterscheiden könne, erklärte Frau Szymoniak, verursachten beispielsweise auch Computerspiele bedeutende Veränderungen im Stoffwechsel oder einfacher ausgedrückt: „Zocken stresst“. Wenn für eine Klassenarbeit gelernt werden müsse, solle eine optimale Vorbereitung darauf also ohne eine unmittelbare Auseinandersetzung mit sog. Gaming oder anderen stark gefühlsauslösenden Stimuli stattfinden. Ohne eine mindestens einstündige Unterbrechung zwischen dem „Pauken“ und stark emotionalisierten neuen Reizen, wie bspw. bei einer starken Anspannung während des Gamings, wäre das Lernen überwiegend sinnlos, weil ineffektiv durch Überlagerung der stark reizauslösenden Stimuli über den neuen Lerninhalt. Das Gehirn benötige Pausen, es brauche Zeit zu träumen und zur Verarbeitung neuer Informationen. 

Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass es zur Antriebslosigkeit komme, wenn man in der virtuellen Realität das Gefühl habe, dort mehr Macht ausüben zu können als in seinem eigenen Leben. Eine fehlende Zielorientierung könne dann mitunter zur kompletten Resignation führen. Aus diesem Grund sei es wichtig, betonte Frau Szymoniak, die eigenen Fähigkeiten, Werte und Defizite zu kennen, um sich Ziele setzen zu können. Diese dienten der Orientierung und sollten am besten schriftlich festgehalten werden, da es für das Gehirn somit greifbarer und konkreter würde. Der Weg wiederum zu einem Ziel sei eine Lebenserfahrung, ohne die es zum Stillstand und folglich zur Unzufriedenheit käme. Dabei sei es auch möglich, über Gewohnheiten und Routinen – sie können nach Bedarf ab- und antrainiert werden – zu diesem Ziel zu gelangen. Weil nicht über das nächste Tun nachgedacht und entschieden werden müsse, bedeuteten sie außerdem eine Zeitersparnis. Diese Erkenntnis könne natürlich auch in Bezug auf das Lernen genutzt werden.

Abschließend wies Frau Szymoniak darauf hin, dass für einen persönlichen Erfolg besonders die Menschen, mit denen wir uns am meisten umgeben, wichtig seien: Glaubten sie an uns und unterstützten sie uns oder zögen sie uns runter? „Wir sind das Ergebnis unseres Umfeldes“, konstatierte sie. Von daher sollte man stets genau schauen, mit wem man sich anfreunde.

Der 12. Jahrgang sowie die Lehrenden, die an der Fortbildung teilgenommen haben, danken Frau Szymoniak für den Besuch und ihre interessanten Darstellungen, die – berücksichtig und umgesetzt – zukünftig zu mehr Lernerfolg führen können.