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05.12.2016 00:00:00 | Jens Philipp
Sebastian Sedlak, ehemaliger Gymnasiast der HBS, besucht die 2FOS163 und den 12. Jahrgang des BGym, um einen Vortrag über Recht und Gerechtigkeit zu halten.
S. Sedlak im Politikunterricht der 2FOS163 S. Sedlak im Politikunterricht der 2FOS163
© Kreth

von Ulf Kreth

Braunschweig (Heinrich-Büssing-Schule) – 29. Nov. 2016. Sebastian Sedlak, ehemaliger Gymnasiast der HBS, besucht die 2FOS163 und den 12. Jahrgang des BGym, um einen Vortrag über Recht und Gerechtigkeit zu halten.

Sebastian Sedlak hat noch vor nicht allzu langer Zeit selbst die Schulbank der HBS gedrückt, als er hier zum Fachgymnasium gegangen ist. Schon damals interessierte er sich im Werte- und Normenunterricht besonders für die Themen der Gerechtigkeit. Nun studiert er in Wolfenbüttel an der Ostfalia Wirtschaftsrecht und hat das Projekt „Rethinking“ („Umdenken“) ins Leben gerufen, das Schülern und Schulverweigerern einen Einblick in das teils recht abstrakte Thema „Recht“ und „Gerechtigkeit“ gibt.

Aus diesem Grund wurde er von Herrn Schnepel eingeladen, dem aktuellen Werte- und Normenkurs als Rechtsexperte einen genaueren Einblick in die Prinziepen der ausgleichenden Gerechtigkeit zu geben. Ebenfalls konnte er für eine Präsentation in der Klasse 2FOS163 bei Herrn Kreth gewonnen werden. 

Zuerst stellte er klar, was Recht überhaupt ist und dass es dafür keine allgemeine Definition gebe, weil es im Laufe der Zeit seinen Charaktere verändere. Dann sprach Sebastian über Gerechtigkeit und die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland (Grundgesetz). Dabei stellte er einige der Grundrechte im Einzelnen vor (Art. 1-19 GG) und erklärte, dass einige Grundrechte beschränkt werden können, wenn sie unter einem Vorbehalt stehen; so darf z.B. eine freiheitsentziehende Maßnahme nur von einem Richter angeordnet werden. Er bot den Schülern stets die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die er souverän beantwortete. Es wurde darauf eingegangen, dass der Begriff Gerechtigkeit in Theorie und Praxis zweierlei seien. 

Ein besonderes Augenmerk schenkte er dem Zweck von Strafen und der Unterscheidung von Verbrechen und Vergehen. Zusammen mit den Schülern spekulierte er darüber, wann ein Richter ein Urteil fällen darf, und zwar dann, wenn keine vernünftigen Zweifel an der Schuld des Angeklagten mehr bestehen. Im Jugendstrafrecht, so erklärte er, sei das Hauptziel die Erziehung des Delinquenten (sog. Haftvermeidungsprinzip), wohingegen es im Erwachsenenstrafrecht (angewandt ab dem 21. Geburtstag) der Sühneanspruch gegenüber der Gesellschaft sei. Sebastian schloss seinen Vortrag ab mit der Unterscheidung der Tätertypen in Episoden- und Schwellentypen sowie Intensivtäter. Ferner erklärte er, was ein Opfer ist und welche psychologischen Folgen diese durch ein Verbrechen davontragen können.

Die Klassen von Herrn Kreth und Herrn Schnepel möchten sich bei Sebastian Sedlak für die äußerst interessante und informative Vorstellung bedanken!